Wir erhalten häufig E-Mails, die uns Situationen mit Hunden und deren Verhalten beschreiben und um Ratschläge bitten. Leider ist es aufgrund der Distanz natürlich nicht möglich, hier gute und wirksame Tipps zu geben. Es wäre einfach unprofessionell und fahrlässig, Situationen zu bewerten, die man nicht selbst gesehen hat. Wenn du Baustellen mit deinem Hund hast, ist es oft der einfachste und effizienteste Weg, sich einem professionellen Hundetrainer anzuvertrauen und mit ihm gemeinsam zu arbeiten. Woran du einen guten Trainer erkennst, bei dem sich euer Mensch-Hund-Team gut aufgehoben fühlen kann, das verraten wir dir heute…

 

Das Kennenlerngespräch mit dem Hundetrainer

Der erste Eindruck zählt! Vertraue auf dein Bauchgefühl und schau dir lieber ein paar mehr Hundeschulen an, als gleich das erstbeste (und vielleicht günstigste) Angebot zu nehmen. Du wirst unter Umständen relativ viel Zeit mit dem Hundetrainer verbringen, er sollte dir also von Anfang an das Gefühl geben, dass er dich ernst nimmt und dir wohl gesonnen ist. Ein guter Hundetrainer stellt zunächst viele Fragen. Wie der Stand der Dinge ist, welche Lernerfolge, Baustellen und vor allem Wünsche man hat. Bestimmte Situationen möchte er sich vielleicht anschauen. Das alles sind gute Zeichen. Du solltest offen mit ihm umgehen und deine Probleme beschreiben. Ein guter Trainer hört zunächst aufmerksam und interessiert zu und analysiert die Situation, bevor er dir Ratschläge gibt.

Wenn du das Gefühl hast, nicht verstanden oder ernst genommen zu werden, schau dich direkt ab diesem Zeitpunkt nach einer Alternative um. Dir ist nicht geholfen, wenn du beim Training permanent das Gefühl hast, nur kritisiert zu werden und dadurch negativ an die Sache heran gehst. Dein Hund wird es merken und ebenfalls nicht den Spaß empfinden, den ihr eigentlich gemeinsam haben solltet. Wenn dir schon das Kennenlerngespräch ein ungutes Gefühl gibt, kann es später im Training nicht besser werden. Erspare dir und deinem Hund die Erfahrung und suche nach jemandem, der euch besser versteht und in der Lage ist, euch zu motivieren.

 

Im Training…

Im Training – ob einzeln oder in der Gruppe – herrscht generellt ein freundlicher, achtsamer und respektvoller Umgang mit Mensch und Hund. Der Trainer ist in der Lage, sich individuell auf euer Mensch-Hund-Team einzustellen und holt euch bei dem Trainingsstand ab, den ihr mitbringt. Er verfügt nicht nur über eine einzige Trainingsmethode, sondern schöpft aus einem ganzen Repertoire von Ansätzen und findet den, der für euch passt. Er erklärt den Sinn eines bestimmten Trainings und zeigt die erwarteten Erfolge auf. Es ist wichtig, dass ihr ein Ziel habt, auf das ihr hinarbeiten könnt. Dabei spricht er langsam und verständlich. Zur Unterstützung zeigt er dir Foto/Video-Material und erklärt bestimmte Situationen – positive, sowie verbesserungswürdige. Er Ist verbindlich und man kann sich auf ihn verlassen.

Beim Einsatz von Hilfsmitteln in der Hundeerziehung solltest du ein ganz besonderes Augenmerk auf den Trainer legen. Bei Stachelhalsbändern oder Elektro-Halsbändern solltest du dich auf der Stelle umdrehen und gehen. Sie sind nicht nur tierschutzrechtlich ein absolutes No-Go, sondern sie können deinen Hund ernsthaft verletzen. Ganz zu schweigen von dem massiven Vertrauenseinbruch, den man erwarten kann. Bei Einsatz anderer Hilfsmittel, wie Halti, Schleppleine, Disc/Kette, Sprüh-Halsbänder oder sonstigem sollte die Handhabung penibel erklärt und kontrolliert werden. Hier können teilweise nachhaltige physische und psychische Schäden beim Hund verursacht werden, wenn diese nicht fachgerecht eingesetzt werden.

 

In der Trainingsgruppe…

Auch in der Trainingsgruppe herrscht ein freundlicher Umgangston und eine Atmosphäre, in der man gerne lernt. Der Trainer ist in der Lage, sich den eventuell unterschiedlichen Kenntnisständen anzupassen und die Übungsstunde für jeden zu einem produktiven Erfolg zu machen. Er fragt regelmäßig nach Feedback und kann mit geäußerter Kritik gut umgehen. Lob an die Schüler verteilt er vor der ganzen Gruppe, negative Kritik übt er aber grundsätzlich unter vier Augen aus.

 

Die Motivation und der Blick auf Positives…

In jedem Training wird es Phasen geben, in denen nichts so richtig vorwärts zu gehen scheint. Dein Motivationslevel sinkt und damit auch das deines Hundes. Euer Lernerfolg wird mächtig gedämpft, weil es einfach keinen Spaß macht, wenn nichts funktioniert. Ein guter Trainer ist dennoch in der Lage, dich zu stärken, aufzubauen und zu motivieren, wenn es nötig werden sollte. Er beobachtet, anstatt gleich zu bewerten, gibt dir regelmäßig Feedback, zeigt eure Fortschritte auf und würdigt das Positive.

 

Die Welpenschule…

Ein spezieller Abschnitt liegt uns noch zum Thema Welpenschule am Herzen. In Welpenstunden machen die jungen Hunde die ersten Erfahrungen mit ihren neuen Rudelchefs und der Außenwelt. Leider gilt auch heute noch in manchen dieser Hundeschulen der Spruch „Das regeln die unter sich“! Verunsicherte Neuhundbesitzer vertrauen dann oft auf die Aussage des Hundetrainers und halten sich aus allen Situationen heraus. Egal, wie sehr das Bauchgefühl vielleicht sagt, dass der eigene Hund sich in der Situation unwohl fühlt. Natürlich werden in einer Welpenschule die Grenzen auch manchmal überschritten und die jungen Hunde probieren Dinge aus. Auch bei Hunden gibt es Mobbing. Das kann von einem oder mehreren älteren Hunden ausgehen, die ein bißchen zu rüpelig mit dem 10 Wochen alten Frischling in der Gruppe umgehen. Wenn man dann als Herrchen oder Frauchen nicht eingreift, signalisiert man dem Hundebaby, dass es sich im Zweifelsfall nicht auf den Rudelchef verlassen kann. Auch in einer Welpengruppe ist nicht der Hundetrainer für deinen Hund verantwortlich, sondern immer noch du als Rudelchef. Und als Rudelchef musst du für die Sicherheit der Gruppe sorgen und deinen Rudelmitgliedern zu Hilfe kommen.

Das gilt nicht nur in der Hundeschule oder Welpenstunde, sondern in jeder Situation mit rudelfremden Menschen oder Hunden. Es ist dein Rudel! Also auch deine Verantwortung, dass es sich zum Einen anständig benimmt und ihm andererseits aber auch nichts passiert. Natürlich sollte man immer die eigene Sicherheit dabei abwägen und sich der Konsequenzen eines Einmischens in einen möglicherweise ernsthaften Kampf bewusst sein. Aber soweit muss es mit ein bißchen Feingefühl ja gar nicht kommen…

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