Mit der Familie und dem Hund gemeinsam in Urlaub zu fahren, macht nicht nur viel mehr Spaß, es spart einem auch die Sorge, was mit dem Hund in der Abwesenheit passiert. Allerdings muss man sich ein bißchen auf die Reise mit dem Vierbeiner vorbereiten. Hier ein paar Tipps von uns.

Flugzeuge und Autos sind meist nicht für Hunde designed und man muss sich auch genau über die Unterbringung im Urlaubsort informieren. Wenn man sich früh genug um alles kümmert, hat man im Urlaub dann auch eine entspannte und schöne Zeit. Hier sind ein paar Tipps von uns, damit es eine unvergesslische Zeit wird.

Einreisebestimmungen

Bevor es an die Planung der Reise geht, solltest du dich über Einreisebestimmungen für deinen Vierbeiner in das jeweilige Land informieren. Bei Reisen innerhalb der EU benötigt man auf jeden Fall einen EU-Heimtierpass mit einem Nachweis, dass alle Impfungen aktuell und gültig sind. Kümmere dich am besten sofort darum, denn bestimmte Impfungen brauchen ein paar Tage oder Wochen, bis sie wirken. Am besten du sprichst mit deinem Tierarzt darüber. Er kann dir auch den EU-Pass ausstellen.

Besonders wichtig ist in unseren Augen auch, dass du deinen Hund bei Tasso e.V. registrierst. Tasso ist ein gemeinnütziger Verein, bei dem ihr euren Vierbeiner anhand des Mikrochips registrieren könnt. Wenn euer Liebling verloren geht, hilft Tasso euch durch sein riesiges Netzwerk, dass euer Liebling schnell wieder zu euch zurück findet. Wir können das aus eigener Erfahrung nur empfehlen! Es ist kostenlos und arbeitet mit freiwilligen Spenden.

Den Hund für die Reise in einem Transportkäfig unterbringen

Natürlich finden wir es nicht so schön, unseren Hund in einen Transportkäfig zu setzen. Man will ja selber auch nicht eingesperrt sein. Aber dafür gibt es meist keinen Grund. Der Hund empfindet die Box nicht als schlimm. Oft fühlt er sich darin sogar sicherer. Man sollte also diese negativen Gefühle nicht auf den Hund übertragen.

  • Das Allerwichtigste ist, dass du deinen Hund ordentlich austobst, bevor er in die Transportbox gehen soll. Wenn er seine überschüssige Energie verbrannt hat, wird er sich mit ein bißchen Übung relativ schnell zur Ruhe legen. Man sollte schon einige Zeit vor der Reise damit anfangen, ihn an den Käfig zu gewöhnen.
  • Versichere dich, dass nichts in der Box deinen Hund verletzen kann. Leinen und lockere Halsbänder sind besonders gefährlich, da er daran hängen bleiben und sich strangulieren kann.
  • Behalte eine positive Energie. Gib ihm nicht das Gefühl, dass es sich bei der Box um ein Gefängnis handelt. Zeig deinem Hund den Käfig und öffne die Tür. Lass ihn von allein in den Käfig gehen und sich alles ganz genau anschauen. Mit ein bißchen Übung wird er sich hinlegen. Erst dann die Tür schließen, wenn er sich entspannt hat. Vermeide es, mit trauriger Stimme so etwas sagen wie „Sei nicht traurig, Mutti und Vati sind gleich wieder da!“ Damit vermittelst du ihm nämlich direkt, dass etwas nicht stimmt und er wird unruhig und nervös.
  • Verlasse ihn für ein paar Minuten und kehre dann zurück. Erweitere die Zeitspanne langsam und verhalte dich stets ruhig und positiv. Wenn du zurück kommst, öffnest du die Tür der Box nur, sprichst deinen Hund aber nicht an oder holst ihn raus. Er kann dann heraus kommen, wenn er soweit ist. Das wird die Trennungsangst deines Hundes lindern und das nächste Mal, wenn er in die Box soll, geht es gleich etwas einfacher.
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Mit dem Hund Auto fahren

dog-1149964_960_720Es ist generell eine gute Idee, deinen Hund während der Fahrt in einer Transportbox unter zu bringen. Du wirst weniger gestresst sein, was die Fahrt für euch beide sicherer macht. So verhinderst du auch, dass der Hund wie ein Projektil durch´s Auto schleudert, wenn du mal fester bremsen musst. Wo wir gerade von Projektilen sprechen – gib deinem Hund nicht so viel zu fressen, bevor es los geht. Dasselbe gilt während der Fahrt, Hunde sind nämlich prädestiniert für Reiseübelkeit. Macht lieber eine kleine Pause zwischendurch, spielt und lauft ein wenig und gebt ihm einen kleinen Snack. Es sollte immer genug Wasser vorhanden sein, z.B. in einem Reisenapf. Und natürlich darf euer Hund nicht allein im geparkten Auto bleiben, besonders nicht an warmen Tagen, wo schnell Dehydrierung und Überhitzung droht.

Den Hund im Flugzeug mitnehmen

Als erstes solltest du bei der Airline checken, welche Regeln sie für den Transport von Hunden haben. Viele benötigen eine Bescheinigung über die Gesundheit des Hundes oder sie haben Voraussetzungen, von denen du nichts weißt. Man will ja nicht am Flughafen damit überrascht werden. Höchstwahrscheinlich muss dein Hund während des Fluges in einer Transportbox untergebracht werden, wenn er nicht so klein ist, dass er in der Kabine auf deinem Schoß mitreisen darf. Um die Sache für alle einfacher und stressfreier zu gestalten ist es besser, ihn bereits vor der Ankunft im hektischen Flughafen in die Box zu packen.

Genau wie bei der Reise im Auto ist es besser, wenn dein Hund keinen vollen Magen oder eine volle Blase hat. Hunde sollten mindestens 6 Stunden vor der Reise nichts mehr zu essen bekommen und plane einen kleinen Stop kurz vor dem Flughafen ein, um ihn noch einmal „auszukippen“. Dennoch muss man dem Hund Zugang zu Wasser ermöglichen, um ihn hydriert zu halten.

Wenn dein Hund nicht mit dir in der Kabine reisen darf, mache keine große Abschiedsszene. Das wird ihn nur verunsichern. Wenn du ruhig und gelassen bist, wird es auch dein Hund sein.

Medikamente oder nicht?

Es gibt für Hunde mittlerweile fast so viele pharmazeutische Produkte, wie für Menschen. Das mag dich dazu verleiten, darüber nachzudenken, deinen Hund für die Reise unter Medikamente oder Beruhigungsmittel zu setzen. Davon raten wir aber ab. Man startet damit nur ein endloses Schema, bei dem man auf Tabletten vertraut, anstatt sich auf die Stärken zu konzentrieren, die du bereits hast – deine Stimme, deine Ausstrahlung und deine Körpersprache.

Den Hund während der Reise ruhig halten

Nimm die Lieblingsdecke deines Hundes und sein Lieblingsspielzeug oder einen Knochen – irgendetwas was ihm bekannt ist undihm hilft, sich zu entspannen und wohl zu fühlen.

Um diesen Effekt zu verstärken, kann man ein wenig Lavendelöl zwischen den Händen verreiben und ihm eine kleine Aromatherapie mit Massage vor der Reise verpassen.

Mit dem Hund im Hotel übernachten

dog-1517133_960_720Genau wie beim Fliegen, bedarf es auch bei der Übernachtung im Hotel ein wenig Vorbereitung. Sind in dem Hotel Hunde überhaupt erlaubt? Einige hundefreundliche Hotels bereiten sich auf euren Aufenthalt vor und können sogar Parks und hundefreundliche Aktivitäten empfehlen. In anderen Hotels ist das einzige, was hundefreundlich ist, das Frühstück. Es kann auch sehr peinlich sein, wenn dein Hund im neuen Zimmer bellt oder heult. Mache nicht den Fehler, deinen Hund versehentlich zum Bellen zu ermutigen, indem du ihm Aufmerksamkeit schenkst. Bleib ruhig und bestimmt und gehe im Zweifelsfall mit ihm spazieren, um ihn zu beruhigen.

 

Geh lang spazieren, bevor ihr ins Hotel geht

Ein Hund mit genügend Bewegung während der Reise wird in einer entspannteren Verfassung sein. Er wird evtl. Fremde anknurren, aber das ist ok. Es ist nur natürlich, dass dein Hund ein bißchen nervös ist in einer Situation mit vielen neuen Menschen. Er befindet sich außerhalb seiner Komfortzone und wird darauf womöglich mit Knurren reagieren. Das ist nicht, weil er aggressiv ist, sondern er ist ein wenig unsicher und benötigt Bestätigung, dass alles okay ist. Wenn du ihn von der neuen Person wegziehst, zeigst du ihm, dass etwas nicht stimmt. Und das wird ihn nur noch unsicherer werden lassen. Bleib ruhig und bestimmt und zeige deinem Hund, dass du die Situation unter Kontrolle hast, z.B. indem du dich vor ihn stellst und ihm somit die Arbeit abnimmst.

Das Hotelzimmer betreten

Ihr seid nun bereit, euer Zuhause auf Zeit zu betreten. Du gehst zuerst rein. Lass deinen Hund an einem Ort im Zimmer warten, lass ihn nicht herum wandern. Das gibt ihm das Gefühl, dass er die Situation kontrollieren muss. Während du die Sachen auspackst, unter die Dusche springst oder ein paar Telefonate erledigst, sollte er in seinem Bettchen warten. Der einzige, der sich in der neuen Umgebung bewegen sollte, bist du. Wenn du soweit bist, fordere ihn zu einer Aktivität auf, z.B. Spielen oder Fressen. Es ist wichtig, dass sich dein Geruch im Raum verteilt, bevor sich der Hund Zuhause fühlen kann.

Die neue Umgebung erkunden

Du bist weit weg von zu Hause und das bedeutet viele neue Eindrücke, Gerüche und Geräusche für deinen Hund. Sei aufmerksam und pass auf, was dein Hund macht, speziell wenn es um mögliche Futterquellen geht. Speziell zu Feierlichkeiten wie z.B. Weihnachten gibt es viele Lichter, Dekorationen und Leckereien auf Schnauzenhöhe, die deinen Hund ablenken oder sogar gefährlich für ihn sein können. Behalte ihn und den neuen Ort genau im Auge.

Du kannst deinen Hund nicht mitnehmen?

Finde ein gutes Ersatzrudel! In einer Hundepension sollte dein Hund sofort als Rudelmitglied adoptiert werden. Die Mitarbeiter sollten in der Lage sein, deinem Hund Sicherheit zu geben, anstatt ihm den Abschied von dir schwerer zu machen. Für deinen Hund ist es eine große Sache, sein Rudel zu verlassen. Das neue Rudel sollte genauso gut oder besser sein, als das Rudel, das er gerade verlassen hat.

Weitere Infos zum Thema „Dogsitter“ findet ihr in einem anderen Bericht.

Mit dem Hund zu verreisen kann eine tolle Erfahrung für euch sein. Du musst nur gut darauf vorbereitet sein. Wenn du deine Hausaufgaben gut machst, wird es unterwegs zu keinen unangenehmen Überraschungen kommen. Gib deinem Hund viel Bewegung und sei sein Fels in der Brandung durch ruhiges und bestimmtes Auftreten. Dann steht einer wunderschönen gemeinsamen Reise nichts mehr im Weg.

Gute Reise!

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