Als Hundebesitzer hat man es heutzutage manchmal schwer unter Gleichgesinnten. Überall existieren unterschiedliche Meinungen, Techniken und Ansichten wie man mit Hunden zu kommunizieren, trainieren und arbeiten hat. Unser liebster Begeleiter rückt immer mehr ins Zentrum des Geschehens, alle machen sich Sorgen um seine artgerechnete Haltung und Ernährung. Doch wem soll man glauben im Dschungel der Internetforen und selbsternannten Experten? Wir sagen: Einfach mal entspannen!

Eins mal vorweg: Jedes Mensch-Hund-Team ist anders! Deshalb ist es auch schwer, alles zu verallgemeinern. Jeder von uns lebst anders und stellt unterschiedliche Erwartungen an das Zusammenleben mit seinem Hund. Und deshalb sollte jeder Trainin´gsansatz individuell auf dich und deinen Hund abgestimmt sein. Denn ihr müsst schließlich damit leben…

Nehmen wir zum Beispiel die Frage, ob der Hund im Bett schlafen darf oder nicht? Jetzt mal ehrlich, was kümmert uns denn wo der Nachbarshund schlafen darf? Es gibt vehemente Befürworter und Gegner und dennoch macht es im Grunde jeder so wie er will. Bei uns schläft Murdoch im Bett und Freya liegt auf dem Teppich oder im Wohnzimmer. Das hat nichts mit Bevorzugung des einen Hundes zu tun, sondern mehr mit Bequemlichkeit. Mit den beiden Klöpsen im Bett würden sonst die Nächte wohl nicht ganz so erholsam sein. Zum Glück ist Freya das egal und sie liegt sowieso am liebesten in ihrem viel zu kleinen Körbchen im Wohnzimmer. Dann ist das Verbieten auch nicht so herzzerreißend. Natürlich kommt sie trotzdem ab und zu zum Kuscheln mit ins Bett und dann ist sie im Himmel. 🙂

Wer hat Recht?

Wahrscheinlich ist die Antwort auf diese Frage „Alle und Niemand“. Denn was wissen wir Menschen schon wirklich von Hund? In Wahrheit bleibt es doch trotz all der neuen Methoden immer noch ein Stück Rätselraten. So ganz kann man das Wesen des Hundes, glaube ich, nie erfassen! Aber man kann die Faszination des Entdeckens erleben! Und das sollte man direkt an seinem Hund machen und nicht im Internet, das voll ist mit Halbwissen. Auch wenn wir ja im Prinzip auch nur Halbwissen verbreiten, aber es ist ja auch mal schön, ein paar Meinungen zu lesen, wenn man sich informiert.

Es haben allerdings alle Recht, die eine gewaltfreie Verbindung mit dem Hund propagieren! Das steht außer Frage. Bei allem andern, sollte sich jeder für sich selbst informieren und seinen Weg finden. Wichtig ist, verantwortungsvoll mit seinen Pflichten als Rudelführer umzugehen und für seinen Hund nur das Beste zu wollen. Deshalb sollte man hier manchmal vielleicht etwas mehr Nachsicht walten lassen, wenn jemand in einem Forum um Rat bittet. Diese Diskussionen arten manchmal in regelrechte Streitereien aus, womit eigentlich niemandem geholfen ist – am wenigsten den betroffenen Hunden.

Das richtige Hundetraining

Bei einigen Hundehaltern muss der Hund aufs Wort gehorchen und das Training ähnelt oft einer militärischen Übung. Der nächste ist begeistert vom Agility-Sport oder Dog Dancing mit seinem Hund und ist auch sonst sehr aktiv. Andere widerum engagieren sich ehrenamtlich in Altenheimen und Kindergärten mit Besuchshunden oder sind in der Rettungshundestaffel, um Menschen in Not zu helfen. Wieder andere möchten einen treuen Begleiter, der einfach nur das Leben mit ihnen und der Familie teilen soll. Die Ansprüche, die wir an unsere Hunde haben sind vielfältig und genauso verhält es sich mit dem richtigen Training. Deshalb sollte man zuerst immer einmal gucken, was man selbst eigentlich genau möchte und welche Veranlagungen / Talente der Hund mitbringt. Um das heraus zu finden musst du ein bißchen testen und genau auf die Reaktion deines Hundes achten.

Finde das beste Training für dich und deinen Hund:

  • wie lässt er sich am besten motivieren (z.B. Leckerchen oder Ballspiel)
  • welche Aktivitäten machen ihm besonders Spaß (Action pur oder eher Couch Potato)
  • mit welchen Hilfsmitteln kannst du richtiges Verhalten schneller belohnen (z.B. Stimme oder Clicker)
  • allgemein wie lernt dein Hund am schnellsten

Noch eine Anmerkung zu Hilfsmittel wie Würgehalsbändern, Elektro- oder Vibrationshalsbändern, speziellen Leinen o.ä. Von einem richtigen Profi lässt sich auch das schlimmste Problem ohne den Einsatz solcher Instrumente regeln. Unerfahrene Trainer können mit solchen Geräten mehr kaputt machen, als helfen und das unerwünschte Verhalten kann sich massiv verschlimmern. Wenn man mit einem Problem nicht mehr weiterkommt, empfiehlt sich oft das Hinzuziehen eines Hundetrainers. Wie man da einen guten findet, erfährst du gleich.

Das richtige Futter

Die einen schwören auf Rohfütterung (B.A.R.F.), die anderen nehmen das Hundefutter, das im Supermarkt auf Griffhöhe steht und die schönste Verpackung hat. Während manche Menschen einfach das günstigste Futter kaufen, stellen sich andere jeden Tag an den Herd und kochen für ihren Hund. Fakt ist, dass man sich einmal ernsthaft mit den Bedürfnissen des Hundes beschäftigen sollte, bevor man gedankenlos einfach irgendwas in den Napf kippt. Getreide und Zucker gehören z.B. nicht in den natürlichen Speiseplan eines Hundes und sind oft Auslöser großer und kleiner gesundheitlicher Probleme. Diese kommen einem dann später beim Tierarzt teuer zu stehen, ganz zu schweigen von den Sorgen, die man sich um das geliebte Tier machen muss. Es lohnt sich also, sich mal genauer mit der Zusammensetzung des Hundefutters auseinander zu setzen. Der Hund wird es dir danken mit allgemeinem Wohlergehen, gesundem Aussehen, glänzendem Fell, kleineren Haufen und mehr Lebensfreude.

Für alle, die keine Fans von aufgetautem Pansen mit Spirulina-Gemisch sind gibt es heute zahlreiche gute Futteralternativen. Auch beim Trockenfutter wird vermehrt auf gute Zusatzstoffe und die Erfüllung der Ernährungsbedürfnisse des Hundes geachtet. Wir persönlich schauen immer auf die Inhaltsstoffe und stellen es kommentarlos zurück, wenn als 1. Zutat Getreide angegeben ist. Dasselbe bei Zucker. Hunde sind Fleischfresser, Punkt. Also sollte Fleisch auch die Hauptzutat sein, natürlich am besten aus artgerechter Viehzucht. Manche ganz besonders tierlieben Menschen füttern ihren Hund auch vegan, was ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Aber ich habe mich mit dem Thema auch noch nicht auseinander gesetzt. Ich bin mir sicher, diese Hunde sind trotzdem glücklich in ihrem Leben.

Auswahl der richtigen Hundeschule

Bei der richtigen Hundeschule würden wir empfehlen, dass du auf dein Bauchgefühl hörst. Bevor du dich auf die Suche begibst, solltest du dir die o.g. Gedanken machen, was du dir für dich und deinen Hund vorstellst. Wenn du dann eine ungefähre Richtung hast, solltest du nach Möglichkeit auch ein paar Hundeschulen ausprobieren, wenn die richtige noch nicht dabei war. Der Hundetrainer sollte mit ruhiger, freundlicher und bestimmter Art den Hund-Mensch-Teams gegenüber treten und keine Gewalt oder Bestrafung einsetzen. Wenn er einen eigenen Hund hat, schau dir diesen an. Ist er entspannt und macht was er soll? Der Trainer sollte z.B. bei Welpenspielstunden oder anderen Hundetreffen auch immer das gesamte Rudel im Blick haben und in eine Situation eingreifen, wenn es nötig ist. Oft sieht man in Welpenspielstunden das raue Spiel der jungen Hunde, das dann für den einen plötzlich zu viel wird und die Stimmung kippt. Der viel zitierte Satz „Das regeln die unter sich!“ stimmt nur bedingt. Als Rudelführer hast du u.a. die Aufgabe, deinen Hund zu schützen und ihm in brenzligen Situationen zu Hilfe zu kommen. Wenn du dich komplett raus hältst, obwohl er deine Hilfe sucht, lernt er, dass man sich auf dich nicht verlassen kann. Auch hier sollte man immer seinem Bauchgefühl und der Beobachtungsgabe trauen und im Zweifelsfall lieber nach einer anderen Hundeschule schauen.

Bestrafung des Hundes

Das ist oft die Frage, besonders wenn es um die oben beschriebenen Hilfsmittel geht. Generell lernt jeder von uns besser, wenn die Arbeit Spaß macht und wir keine Angst vor Strafe haben müssen. Das ist für den Hund nicht anders, als für uns Menschen. Hast du schon mal einen richtig grauenvollen Chef gehabt, der euch immer runter gemacht hat? Bist du gern zur Arbeit gegangen? Oder gab es in deiner Schule ein paar Mitschüler, die es immer auf dich abgesehen hatten? Wir fühlte sich der Montag Morgen an? Mit Motivation und Spaß kann man Hunde grundsätzlich wesentlich besser mitreißen, als mit Druck und falsch verstandener Dominanz.

Manche Leute sehen das schon als grenzwertig an, aber ich habe z.B. kein Problem damit, meinen Hund auch mal anzustubsen oder mit der Hand eine kurze Abschnappbewegung zu machen. Ich nutze das auf sanfte und nicht aggressive Art als Teil einer konsequenten Rudelführung. Wenn ein Hund auf mein Signal nicht reagiert, wird er kurz angestupst um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Dann geht es ruhig und entspannt weiter im Thema. Freundlich bleiben ist hier der Schlüssel.

Fehler machen

Für alle, die denken dass sie manchmal Fehler in der Hundeerziehung machen und sich deshalb schlecht fühlen, haben wir gute Nachrichten: Hunde sind nicht nachtragend! Also gilt, einfach immer weiter lernen, beobachten und ausprobieren. Wenn etwas nicht funktioniert, immer erst bei sich selber schauen, ob man sich missverständlich ausdrückt oder mit der Körpersprache dem Hund etwas suggeriert. Keiner ist perfekt, denn der Weg ist das Ziel! Und die Faszination…

Wir hoffen, wir konnten dir ein bißchen der Sorgen nehmen und Fragen beantworten. Im Endeffekt kommt es nur darauf an, dass du mit deinem Hund glücklich bist und ihr im Alltag gut miteinander klar kommt. Die Hauptsache ist, dass ihr eure gemeinsame Zeit genießt und viel Spaß zusammen habt.

Wir haben zu dem Thema „5 Schritte zum Hundeflüsterer“ ein eBook geschrieben, dass du dir hier kostenlos downloaden kannst.

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